Über FineArtPrinter bin ich auf das traditionsreiche Druckverfahren der Cyanotypie aufmerksam geworden. Gehört hatte ich davon zwar schon, aber eher am Rande – ebenso wie von anderen alternativen Edeldruck-Verfahren, die jenseits des üblichen Druckens mit Tintenstrahl-Printern liegen. Als FineArtPrinter dann ein kostenloses Webinar anbot, habe ich die Gelegenheit genutzt und es mir während meines Aufenthalts auf Amrum angeschaut.
Das Grundprinzip ist erstaunlich simpel: Ein Papier wird mit einer lichtempfindlichen Lösung bestrichen, die man mit einem Pinsel gleichmäßig aufträgt. Nach dem Trocknen legt man entweder verschiedene Objekte direkt auf das Papier oder man belichtet es mit einem zuvor ausgedruckten Negativ auf transparentem Film. Im Sommer reicht dafür das UV-Licht der Sonne – etwa zehn Minuten genügen. Für die dunklere Jahreszeit habe ich mir einen eigenen UV-Belichter gebaut. Sieht zwar nicht nach Profi-Studio aus, tut aber zuverlässig seinen Dienst.
Nach der Belichtung wird das Papier gründlich gewässert, damit die unbelichtete Chemie ausgewaschen wird. Sobald alles getrocknet ist, entsteht der typische tiefblaue Cyanotypie-Druck. Man kann die Bilder später sogar noch umfärben, aber das hebe ich mir für später auf.
Langfristig möchte ich mich auch am Platinum-Druck versuchen. Das Verfahren funktioniert im Prinzip ähnlich wie die Cyanotypie, ist aber deutlich aufwändiger – und leider auch erheblich teurer. Aber der Reiz ist da.


