Das Frühstück in meiner Unterkunft in Brașov war hervorragend. Mit dem Hotel war ich rundum sehr zufrieden und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.
Die Anfahrt zur Transfăgărășan dauerte gut zwei Stunden. Danach folgten traumhafte Kurvenkombinationen, die sich bis weit oberhalb der Baumgrenze schlängeln. Hin und wieder wurde das Fahrvergnügen zwar durch langsamere Pkw etwas ausgebremst, dennoch war die Strecke einfach großartig. In diesem Jahr wurde der Pass bereits am 12. Juni geöffnet und damit deutlich früher als üblich, denn normalerweise erfolgt die Freigabe erst Ende Juni.

Auf der Passhöhe war kaum noch Schnee zu sehen. Anschließend ging es auf der Südseite wieder bergab. Dort führt die Straße noch rund 60 Kilometer durch eine beeindruckende Naturlandschaft, vorbei am Vidraru-Stausee. Dieser war wegen umfangreicher Wartungsarbeiten fast vollständig entleert und wird derzeit wieder aufgefüllt. Die gewaltige Staumauer ist jedoch auch so ein beeindruckender Anblick.


Auf der Südseite konnte ich insgesamt sechs Bären an verschiedenen Stellen beobachten, darunter eine Bärenmutter mit ihren zwei Jungen. Obwohl überall Schilder davor warnen, die Tiere zu füttern, halten sich leider nicht alle Besucher daran. Erst im vergangenen Jahr kam hier ein Motorradfahrer durch einen Bärenangriff ums Leben. Auf Fotos habe ich deshalb bewusst verzichtet. Bis ich angehalten, die Handschuhe ausgezogen, das Handy aus der Halterung genommen und entsperrt hätte, wäre ich wahrscheinlich selbst zum Mittagessen geworden.
Mein Hotel am Tagesziel in Râmnicu Vâlcea machte ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Weniger überzeugend war allerdings der Service im hoteleigenen Restaurant. Die Bedienung wirkte von Anfang an unfreundlich und genervt. Das Essen selbst war dagegen ausgezeichnet. Nach dem Essen wurde ich jedoch über 35 Minuten völlig ignoriert. Weder wurde der Tisch abgeräumt, noch hatte ich die Möglichkeit, ein weiteres Getränk zu bestellen – und das, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt der einzige Gast auf der Terrasse war.
Nach diesen 35 Minuten erschien die Servicekraft schließlich mit dem Handy am Ohr auf der Terrasse und setzte sich außer Sichtweite. Daraufhin ging ich hinein und bat eine andere Mitarbeiterin darum, kassieren zu dürfen. Sie holte die eigentlich zuständige Kollegin, die weiterhin telefonierend erschien. Ich beschwere mich wirklich nur selten, aber diesmal habe ich ihr deutlich gesagt, was ich von diesem Service halte.
Offenbar war ihr die Situation unangenehm, denn sie wollte mir anschließend ein Bier aufs Haus spendieren. Ich lehnte dankend ab und kaufte mir später in einem nahegelegenen Geschäft etwas zu trinken.
Das Frühstück am nächsten Morgen war dafür wieder hervorragend. Insgesamt bleibt das Hotel trotz dieses Ausrutschers im Service absolut empfehlenswert.
Heute stand die Transalpina auf dem Programm – mit Ziel Sibiu.
Die Transalpina ist zwar längst nicht so bekannt wie die Transfăgărășan, aus meiner Sicht aber sogar die schönere Strecke. Rund 30 Kilometer führen oberhalb der Baumgrenze entlang, bevor sich die Straße durch beeindruckende Schluchten und herrliche Berglandschaften schlängelt.




Etwas getrübt wurde das Fahrvergnügen durch ein Tempolimit von 30 km/h, das sich teilweise über viele Kilometer hinzieht. Wirklich daran gehalten hat sich allerdings nur ein älterer Einheimischer. Ich habe ihn bestimmt viermal überholt, weil ich unterwegs immer wieder zum Fotografieren angehalten habe.
Später führte mich die Route noch über spektakuläre Serpentinen hinunter zu kleinen Bergdörfern – einfach ein Traum für jeden, der gerne kurvenreiche Straßen fährt.
In Sibiu erwarteten mich schließlich wieder sommerliche 31 Grad. Nach den angenehmen 17 Grad auf der Passhöhe war das schon ein deutlicher Temperaturunterschied.