Ruse

Das Frühstück war hinsichtlich Qualität und Auswahl sehr gut. Wie so oft wurden die Buffets allerdings von den zahlreichen Reisegruppen […]


Das Frühstück war hinsichtlich Qualität und Auswahl sehr gut. Wie so oft wurden die Buffets allerdings von den zahlreichen Reisegruppen regelrecht gestürmt, deren Busse bereits vor dem Hotel bereitstanden. Wer etwas später kam, brauchte entsprechend Geduld.

Bei leichtem Regen startete ich anschließend in Richtung Ruse an der Donau, gleichzeitig Grenzstadt zu Rumänien. Erstaunlicherweise habe ich heute lediglich eine Polizeikontrolle aus der Ferne gesehen – für die bisherige Reise fast schon ungewöhnlich.

Das berühmte Buzludzha-Denkmal lag nicht weit von meiner Route entfernt. Ich wollte mir dieses Relikt aus kommunistischen Zeiten schon lange einmal ansehen. Mit dem Wetter hatte ich allerdings etwas Pech. Das Monument ragte nur wenige Meter über die Nebelgrenze hinaus und lag dadurch fast vollständig in dichtem Grau. Gelegentlich gab der Nebel einzelne Bereiche frei, sodass man einen Eindruck der gewaltigen Anlage bekam. Die tatsächlichen Dimensionen und die Aussicht auf die umliegenden Berge blieben jedoch leider verborgen. Immerhin herrschten dort oben angenehme 16 Grad.

Auf einem Parkplatz unterhalb des Denkmals nutzte ich die kühlen Temperaturen für ein paar Wartungsarbeiten am Motorrad. Die Kette musste dringend nachgestellt werden und bekam eine ordentliche Portion Kettenspray. Zwar pflege ich sie täglich, aber in den vergangenen Tagen eher etwas oberflächlich. Außerdem kontrollierte ich noch den Reifendruck – sicher ist sicher.

Die weitere Fahrt verlief überwiegend unspektakulär. Viele lange, gerade Straßen sorgen zwar nicht unbedingt für Fahrspaß, bringen einen aber zügig voran. Gerade auf solchen Etappen merkt man, wie groß Bulgarien eigentlich ist.

Ein bekanntes Gesetz des Reisens bestätigte sich erneut: Solange man keinen Sprit braucht, tauchen ständig Tankstellen auf. Heute wollte ich jedoch erst in Ruse tanken – und plötzlich schien keine mehr aufzutauchen. Inzwischen fahre ich bereits auf Reserve und muss morgen früh als Erstes eine Tankstelle suchen.

An der Donau angekommen, erwarteten mich wieder sommerliche 29 Grad. Für die Nacht bin ich auf dem Hotelschiff Sofia untergekommen. Gebucht habe ich ein sogenanntes „Studio“, also eine größere Kabine. Vermutlich war die Einrichtung vor zwanzig Jahren einmal hochmodern. Heute versprüht sie eher nostalgischen Charme. Dafür habe ich reichlich Platz und sogar zwei kleine Badezimmer.

Das Abendessen im Restaurant war durchaus in Ordnung. Weniger überzeugend war allerdings der Service. Selten habe ich erlebt, dass man einfache Abläufe mit so wenig Engagement kompliziert gestalten kann. Amateure ist noch geschönt.

Nun bin ich gespannt auf das Frühstück morgen früh – leider gibt es das erst ab 8 Uhr. Danach heißt es zunächst tanken und anschließend weiter Richtung Rumänien. Die nächste Etappe wartet bereits.


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