Das Frühstück in Budweis war erfreulich gut. Am frühen Morgen hatte es dort sogar geregnet – eine angenehme Abwechslung nach den extrem heißen Tagen zuvor.
Bei frischen 18 bis 20 Grad ging es anschließend auf inzwischen wieder trockenen Straßen durch den wunderschönen, hügeligen Böhmerwald in Richtung Pilsen. Die Strecke führte durch eine herrliche Landschaft mit zahlreichen Seen und sanften Hügeln und gehörte zu den schönsten Abschnitten der gesamten Reise. Solche Straßen machen einfach Spaß – nicht nur mit dem Motorrad, sondern auch wegen der beeindruckenden Landschaft.

Auch das Einchecken in Pilsen klappte schließlich – trotz des etwas ungewöhnlichen Anmeldeverfahrens für das Appartement. Nachdem das erledigt war, besorgte ich in einem kleinen Laden um die Ecke noch ein paar Biere für den Abend. Eine kuriose Szene: Der einzige Mensch im Laden war ein etwa achtjähriger Junge, der ganz selbstverständlich die Kasse bediente und sogar die Kartenzahlung abwickelte. Da musste ich schon zweimal hinschauen. 😁
Das Abendessen fiel dafür umso besser aus. In einem schön am Wasser gelegenen Steakhaus gönnte ich mir einen richtig leckeren Burger und ließ den Tag entspannt ausklingen.

Nach einem erneut sehr guten und umfangreichen Frühstück machte ich mich früh am Morgen zu einem Spaziergang durch die erweiterte Innenstadt von Pilsen auf. Die Stadt liegt an den Flüssen Mies und Radbuza, die sich im Nordosten zur Berounka vereinigen. Entlang der Ufer laden schöne Spazierwege zum Verweilen ein und verleihen der Stadt einen besonderen Charme.

Die historische Innenstadt hat mir ausgesprochen gut gefallen. Fast ausschließlich prächtige alte Gebäude prägen das Stadtbild, immer wieder aufgelockert durch großzügige Grünanlagen. Pilsen wirkt gepflegt, lebendig und gleichzeitig angenehm entspannt. Weniger erfreulich war allerdings der auffallend hohe Anteil an Obdachlosen, der das ansonsten sehr positive Gesamtbild etwas trübte.



Das zweite Abendessen in einem historischen Restaurant mit sehr guten Bewertungen erwies sich dagegen leider als Enttäuschung. Weder die Qualität der Speisen noch der Service konnten die Erwartungen erfüllen. So unterschiedlich können Restaurantbesuche sein.
Nach dem Frühstück geht es nun weiter nach Bamberg. Damit neigt sich diese Tour langsam ihrem Ende entgegen. Nach vielen Kilometern, beeindruckenden Landschaften, interessanten Städten und zahlreichen Erlebnissen freue ich mich zwar auf zu Hause, nehme aber gleichzeitig viele schöne Erinnerungen an eine abwechslungsreiche Reise mit. Ein paar Kilometer liegen noch vor mir – dann ist auch dieses Kapitel wieder abgeschlossen.