Von Selce ging es weiter in Richtung Süden, bis kurz hinter Šibenik. Aufgrund meiner Erfahrungen mit der Bora vor zwei Jahren war ich gespannt, wie die Fahrt diesmal verlaufen würde. Kurzzeitig sah es tatsächlich so aus, als könnte sich die Situation wiederholen: Die Bäume bogen sich deutlich im Wind, und auf dem Meer bildeten sich die berüchtigten weißen Schaumkronen. Sofort waren die Erinnerungen an die damalige Fahrt wieder präsent.
Zum Glück war der Spuk nach wenigen Kilometern vorbei. Danach konnte ich diese traumhafte Küstenstraße endlich einmal unter nahezu perfekten Bedingungen genießen. Die Adriamagistrale zählt für mich ohne Zweifel zu den schönsten Motorradstrecken Europas.
Die Unterkunft bei Šibenik war insgesamt sehr gut. Nur das Frühstück konnte nicht ganz überzeugen – aber das scheint südlich der Alpen ohnehin oft eine kleine Herausforderung zu sein. 🙄
Inzwischen habe ich so viele wunderschöne, romantische Buchten mit kristallklarem, türkisblauem Wasser gesehen, dass es für dieses Leben vermutlich reicht. Dennoch ertappe ich mich immer wieder dabei, an der nächsten Kurve erneut stehen bleiben und fotografieren zu wollen.
Am nächsten Tag stand eine längere Etappe von rund 330 Kilometern bis südlich von Dubrovnik auf dem Programm – fast ausschließlich auf der Küstenstraße D8, der berühmten Magistrale. Abgesehen von einigen zähen Kilometern im Stop-and-Go-Verkehr bei 33 Grad, verursacht durch Arbeiten auf der Fahrbahn in Splitt, war auch diese Etappe schlicht großartig.



Um mir den früher notwendigen Grenzübertritt durch Bosnien und Herzegowina zu ersparen, nutzte ich die noch relativ neue Pelješac-Brücke. Leider habe ich versäumt, dieses imposante Bauwerk zu fotografieren – dabei wäre es definitiv ein Bild wert gewesen.
Kurz vor der Grenze zu Montenegro erreichte ich meine Unterkunft in einer Ferienanlage. Aufgrund einiger schlechter Bewertungen und einer fehlerhaften Adresse bei Booking.com hatte ich keine allzu hohen Erwartungen. Umso positiver war ich überrascht. Sicher, die Anlage hat ihre besten Jahre bereits hinter sich, aber für eine Nacht – und vermutlich auch für mehrere – ist sie absolut in Ordnung.
Morgen geht es weiter nach Montenegro. Die Strecke ist zwar nicht besonders lang, aber die spannende Frage bleibt: Wie lange werde ich an der Grenze warten müssen?