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Von Graz ging es bei frischen 10 Grad weiter zu meinem nächsten Ziel in Slowenien: Dolenji Novaki bei Cerkno. Das […]

Von Graz ging es bei frischen 10 Grad weiter zu meinem nächsten Ziel in Slowenien: Dolenji Novaki bei Cerkno.

Das Highlight der Strecke war der mir bis dahin völlig unbekannte Seebergsattel. Er ist zwar nicht besonders hoch, bietet aber zahlreiche Spitzkehren und macht gerade deshalb viel Spaß zu fahren. Leider erinnerte auf der österreichischen Seite ein typisches Polizeigraffiti mit frischen Blumen an einen tragischen Unfall. Keine zwei Wochen zuvor hatte dort ein Motorradfahrer sein Leben verloren.

Auf der slowenischen Seite zeigte sich das Wetter deutlich freundlicher und die Temperaturen stiegen spürbar an.

Die Unterkunft war einfach, aber sehr gemütlich. Die Betreiber erwiesen sich als ausgesprochen gastfreundlich. Besonders beeindruckt hat mich der junge Besitzer, der als Koch arbeitet und hervorragende Gerichte zubereitet. Mit sichtbarer Leidenschaft erklärte er die Zutaten und die Zubereitung seiner Speisen.

Schon am Abend war mir klar, dass der nächste Tag einer der anspruchsvollsten, aber vermutlich auch schönsten meiner bisherigen Motorradreisen werden würde. Rund 360 Kilometer standen auf dem Programm – mit fast acht Stunden reiner Fahrzeit.

Um die slowenische Grenzkammstraße zu erreichen, musste ich zunächst wieder ein Stück nach Norden fahren. Einen Teil der historischen Strecke bin ich mit Sicherheit gefahren. Die Straße selbst ließ sich gut befahren, allerdings waren die Ausblicke oft durch dichten Bewuchs eingeschränkt. Das zog sich über weite Teile der Route hinweg.

Ein anderer Abschnitt gehörte vermutlich nicht mehr zur eigentlichen Grenzkammstraße. Dort führte mich die Strecke durch kleinste Dörfer, in denen ich offenbar eine seltene Erscheinung war und entsprechend neugierige Blicke auf mich zog. Teilweise endete der Asphalt, und die Route verlief über Schotter- und Naturstraßen. Auch das war eine spannende Erfahrung und machte den besonderen Reiz des Tages aus.

Anstatt direkt an die Adria zu fahren, wählte ich den Weg durch das slowenische und kroatische Hinterland. Dort erwarteten mich fantastische Kurvenstrecken, kaum Verkehr und eine beeindruckende Landschaft. Je näher ich meinem Tagesziel kam, desto wärmer wurde es. Aus den Bergen ging es hinunter nach Selce an der Adria. Auf den letzten Kilometern stellte mich die vom Navi gewählte Streckenführung noch einmal ordentlich auf die Probe.

Weniger erfreulich war eine Beobachtung entlang der Strecke: Offenbar werden manche abgelegenen Berghänge als illegale Müllkippen missbraucht. Solche Anblicke machen mich traurig, denn sie stehen in starkem Kontrast zur ansonsten wunderschönen Natur der Region.

Meine Unterkunft in Selce überraschte mich positiv. Die Zimmer sind deutlich komfortabler als erwartet, und auch hier sind die Betreiber ausgesprochen freundlich. Interessanterweise wird – genau wie schon in meiner Unterkunft in Slowenien – Deutsch gesprochen, was die Verständigung natürlich erleichtert.

Nun bleibe ich zwei Tage an der Adria, genieße die Ruhe und erhole mich erst einmal von den vielen Eindrücken und der positiven Anstrengung dieses außergewöhnlichen Fahrtages.

Grenzkammerstraße mit Schützengraben
Traurige illegale Müllhalde oberhalb von Selce
Blick aus meinem Zimmer in Selce
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